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Forschungsschwerpunkte der Universität Konstanz

Das Forschungsprofil der Universität Konstanz differenziert sich in die folgenden vier wesentlichen Schwerpunkte: In den Geistes- und Sozialwissenschaften die Kulturwissenschaften und Entscheidungswissenschaften; in den Lebens- und Naturwissenschaften die Chemische Biologie und Ökologie sowie Nano- und Materialwissenschaften. In diesen Profilbereichen kommen das fachbereichs- und auch sektionsübergreifende Arbeiten und die enge Verbindung zwischen dem Exzellenzcluster, der Graduiertenschule, der Graduiertenschulinitiative und dem Zukunftskonzept zum Ausdruck. Wissenschaftliche Profilbildung unterliegt jedoch immer einer Dynamik. Aus diesem Grund überprüft die Universität ihre Profilbereiche in der Forschung kontinuierlich und entwickelt sie weiter.

 

(1) Kulturwissenschaften

Kulturwissenschaftliche Forschung zeichnet sich in den Konstanzer Geistes- und Sozialwissenschaften dadurch aus, dass kulturelle Prozesse in epochenübergreifender, europäisch wie außereuropäisch ansetzender Perspektive und stets in ihrem Verhältnis zu sozialstrukturellen Gegebenheiten thematisiert werden. ‚Kultur’ wird entsprechend weder als ein Gegenstandsbereich neben anderen, etwa der Politik oder der Wirtschaft, aufgefasst, noch als Sinnvorrat von Gesellschaften, sondern als historisch wandelbare Vollzugsweise der Bedeutungsproduktion. Inhaltlich stehen durch die Einrichtung des Exzellenzclusters derzeit solche Untersuchungen zu Prozessen der Integration und Desintegration im Vordergrund, die darauf abzielen, Beschreibungsmodelle für dezentrierte Formen von Vergesellschaftung zu formulieren. Der Zugewinn von außereuropäischer Kompetenz (Religionsvergleich, Ethnologie) im Exzellenzcluster erlaubt es zudem, etablierte terminologisch-konzeptuelle Festlegungen, die explizit oder stillschweigend auf westliche Traditionen gegründet sind, im Lichte ganz andersartiger Evidenzen zu überdenken. Der Exzellenzcluster führt grundlagen- und theorieorientierte mit eher empirisch ausgerichteten Forschungen zusammen. Der Kern des Verbundes liegt in den Geschichts- und Literaturwissenschaften sowie in der Soziologie, beteiligt sind auch die Rechtswissenschaft, die Politik- und Verwaltungswissenschaft sowie die Philosophie.

 

(2) Lebenswissenschaften: Chemische Biologie und Ökologie

Der Forschungsschwerpunkt der Chemischen Biologie ergründet, wie physiologische Vorgänge auf molekularer und atomarer Ebene gesteuert werden. Die Chemische Biologie charakterisiert hierfür individuelle Proteine und bestimmt das funktionale Zusammenspiel von makromolekularen Grundbausteinen der Zelle. Die Forschung arbeitet am Schnittpunkt von Biologie und Chemie und wird ergänzt durch die Bioinformatik, die innovative Analysemethoden für die schwer überschaubaren Datenmengen der Lebenswissenschaften erarbeitet. Neben der Graduiertenschule „Chemische Biologie“, die eine zentrale Position einnimmt, ist hier auch die Konstanzer Stress- und Traumaforschung zu nennen. Der Schwerpunkt der Ökologie umfasst neben der Limnologie vor allem die Thematik der Tiermigration und ihrer Auswirkung auf Ökosysteme. Eine Schlüsselstellung hat hier die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und Seewiesen inne, die sich u. a. auch in der geplanten zweiten Abteilung im Bereich Biodiversität am Standort Konstanz zeigt. Maßgeblich beteiligt am Forschungsschwerpunkt Chemische Biologie sind die Fachbereiche Biologie, Chemie, Informatik und Informationswissenschaften, ergänzt werden sie durch Arbeitsgruppen aus der Physik und Psychologie.

 

(3) Nano- und Materialwissenschaften

Im Forschungsschwerpunkt Nano- und Materialwissenschaften wird ein detailliertes Verständnis von Nano- und Materialstrukturen und ihrer Interaktion – untereinander und mit der makroskopischen Welt – erarbeitet. Das Ziel ist dabei stets, eine präzise Kontrolle über ihre Eigenschaften zu erlangen und daraus hervorgehend neue Funktionalitäten und Anwendungsgebiete zu erschließen. Außerdem stehen die Entwicklung neuer Materialien und deren nachhaltige Synthese im Vordergrund. Angegliedert an diesen Bereich ist die Photovoltaikforschung. Die Nano- und Materialwissenschaften werden von den Fachbereichen Physik und Chemie getragen. Eine besondere Bedeutung nimmt in diesem Bereich der Technologietransfer ein, der insbesondere durch das Centrum für Angewandte Photonik und das Nano-Zentrum Euregio Bodensee geleistet wird.

 

(4) Entscheidungswissenschaften

Der Forschungsschwerpunkt der Entscheidungswissenschaften widmet sich dem Entscheidungsverhalten von Individuen und Kollektiven. Die Forschungsarbeiten stellen eine Brücke her zwischen einerseits den grundlegenden Prozessen, die die menschliche Entscheidungsbildung bestimmen, und andererseits deren gesamtgesellschaftlichen Ergebnissen, insbesondere im Bereich der Politik und der Märkte. Die Entscheidungswissenschaften bündeln damit die Perspektiven der Politik- und Verwaltungswissenschaft, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften; ergänzt werden die Forschungsansätze durch die Disziplinen Informatik und Informationswissenschaft, Soziologie, Mathematik und Statistik sowie Philosophie und Rechtswissenschaft. Die programmatische Schnittfläche bilden die Forschungsinitiative Psychoeconomics und die Graduiertenschulinitiative „Entscheidungswissenschaften“.